Die Gründung der Deutschen Menopause Gesellschaft
Die Gründung der Deutschen Menopause Gesellschaft hat eine lange Vorgeschichte, die eng mit dem Namen "Christian Lauritzen" verbunden ist. Der Mentor der Hormonsubstitution in Deutschland begann seine wissenschaftliche Laufbahn in Stockholm bei Ernst Diczfalusy mit grundlegenden Arbeiten über die Östrogene. Diese Hormone, die in den folgenden Jahrzehnten immer mehr in das öffentliche Bewusstsein traten, begleiteten ihn während seines gesamten beruflichen Lebens als Hochschullehrer und Kliniker.
Obwohl der deutschsprachige Raum eine entscheidende Rolle in der Geschichte der Hormonsubstitution spielte, ging mit der zunehmenden Dominanz der Angloamerikaner seine Bedeutung in wissenschaftlicher Hinsicht kontinuierlich zurück. Angesichts der demographischen Entwicklung in Europa mit der zunehmenden Überalterung unserer Gesellschaft trat die Prävention und Behandlung von Krankheiten immer mehr in den Vordergrund. Die damit verbundenen gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Probleme sind spätestens seit den Auseinandersetzungen über die Gesundheitsreform allen klar geworden. Einerseits ist es die Gesundheitsfürsorge, welche die Lebenserwartung permanent ansteigen lässt, andererseits führt der wachsende Anteil älterer Menschen dazu, dass die Kosten für die Gesundheitserhaltung unaufhaltsam zunehmen.
Im Jahre 2010 wird der Anteil der postmenopausalen Frauen an der Bevölkerung die Grenze von 20% überschreiten. Dementsprechend wird die Bedeutung der Hormonsubstitution für die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität dieser Frauen zunehmen, auch wenn dies zur Zeit utopisch anmutet. Angesichts der öffentlichen Kampagne gegen die Hormonsubstitution ist eine sachgerechte Darstellung der tatsächlichen Risiken und Vorteile einer Östrogenbehandlung dringend notwendig. Die richtige Interpretation von Studienergebnissen erfordert wissenschaftliche Kompetenz, d.h., tiefer gehende Kenntnisse über die Wirkungen der Östrogene und Gestagene. Die lawinenartig anwachsende Zahl von Publikationen über die Hormontherapie ist von einem Kliniker nicht mehr zu überblicken. Es war daher dringend nötig, ein fachspezifisches Forum zu schaffen, welches den Informationsaustausch in beide Richtungen und eine auf dem neuesten Stand befindliche Fortbildung ermöglicht.