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ZU WENIG LUST DURCH HORMONMANGEL
 

(Zu) wenig Lust durch Hormonmangel
In den Wechseljahren spielen sich im weiblichen Körper viele Veränderungen ab, und nicht bei jeder Frau geht das völlig problemlos vonstatten. Vor allem diejenigen Veränderungen, die sich auf die Sexualität auswirken, lassen manche attraktive Frau um die Fünfzig an ihrer Weiblichkeit zweifeln. Ein solcher Punkt ist etwa die mangelnde Lust, also der Rückgang des sexuellen Verlangens. Ein sehr hoher Anteil aller Frauen bemerkt, dass seltener erotische Phantasien entstehen oder dass das Interesse am Sex deutlich erlahmt. Nicht für alle Frauen ist das ein Problem.

Wenn die Unlust jedoch dazu führt, dass die betroffene Frau sich nicht nur weniger weiblich fühlt, sondern auch ihre Selbstsicherheit leidet und sie sich darüber hinaus Sorgen um ihre Partnerschaft macht, dann kann sexuelle Unlust eine behandlungsbedürftige Störung werden. Das haben die Gynäkologen und Psychologen erkannt; sie erfassen den Mangel an sexuellem Verlangen und den daraus resultierenden Leidensdruck heute unter der Diagnose „HSDD“, was eine Abkürzung für den englischen Begriff „Hypoactive Sexual Desire Disorder“ ist.

Gründe für die Unlust
Als Lustkiller kommen eine ganze Reihe von Ursachen in Frage: zum einen natürlich Probleme in der Partnerschaft, aber auch körperliche und seelische Erkrankungen wie Diabetes, Depression oder Angsterkrankungen. Zum anderen können bestimmte Medikamente z. B. gegen Depressionen oder erhöhten Blutdruck, sowie ein Mangel des Geschlechtshormons Testosteron, die sexuelle Unlust auslösen.

Testosteron – das ist doch ein Männerhormon?!
Stimmt – und auch wieder nicht. Männer produzieren zwar 10- bis 20mal mehr Testosteron als Frauen, aber auch jüngere Frauen produzieren immerhin drei- bis viermal mehr von dem „männlichen“ Hormon als von ihrem weiblichen Östrogen. Bei Frauen entsteht jeweils etwa die Hälfte des Testosterons in den Eierstöcken und in den Nebennieren, das sind kleine, am oberen Nierenpol liegende Hormondrüsen. In den Wechseljahren sinkt der Testosteronspiegel. Werden einer Frau vor den natürlichen Wechseljahren beide Eierstöcke und die Gebärmutter operativ entfernt, so sinkt ihr Testosteronspiegel im Blut innerhalb weniger Wochen nach dem Eingriff auf bis zur Hälfte des Ursprungswertes ab. Etwa vier von zehn Frauen bemerken nach einer solchen Operation, dass sich ihr sexuelles Verlangen vermindert hat und etwa eine von drei dieser Frauen leidet darunter.

Kann man der Lust auf die Sprünge helfen?
Je nach Ursache der Flaute können unterschiedliche Behandlungsansätze Erfolg versprechen: Bei Partnerproblemen kommt eine Paartherapie oder eine Sexualberatung in Frage, bei seelischen Problemen eine Psychotherapie. Ist vermutlich ein Medikament der Lustkiller, so kann manchmal schon eine Umstellung der Arzneitherapie oder einfach nur der Wechsel auf ein anderes Präparat helfen. Hat der Verlust des sexuellen Verlangens nach einer Totaloperation begonnen, so kann der mögliche Testosteronmangel durch eine einfache Behandlung mit einem Pflaster ausgeglichen werden, sofern die Frau gleichzeitig Östrogene einnimmt. Das durchsichtige Pflaster enthält Testosteron und gibt gleichmäßig über den Tag verteilt eine geringe Menge davon ab. Alle drei bis vier Tage wird ein neues Pflaster auf den Unterbauch geklebt. Das Testosteronpflaster ist nach Vorlage einer ärztlichen Verschreibung in Apotheken erhältlich, wird allerdings von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet.

Wie sag ich’s meinem Doktor?
Sie leiden unter Lustmangel, wissen aber nicht recht, wie Sie mit Ihrem Frauenarzt/ Ihrer Frauenärztin ein Gespräch darüber beginnen können? Vielleicht helfen die beiden folgenden Punkte:Der Frauenarzt/die Frauenärztin kennt diese Themen und spricht häufig mit Patientinnen über sexuelle Probleme. Ihm ist das nicht peinlich, sondern für ihn bzw. sie sind diese Gespräche ein völlig normaler Bestandteil der ärztlichen Tätigkeit.